Digitaler Satellitenempfang im Hörfunk

Bedeutung und Perspektiven von DSR, ADR und DVB Audio

Seit 1949 konnte sich der UKW- zur dominierenden Hörfunkempfangstechnik entwickeln, die Angebotsexplosion der letzten Jahre läßt diesen analogen Übertragungsstandard jedoch zunehmend an seine Grenzen stoßen. Als Alternativen bieten sich auch im Hörfunk digitale Verfahren an: Das terrestrische und für den Empfang geeignete DAB beispielsweise bundesweit in der Erprobungsphase. Bereits seit 1989 ist in - und Satellitenhaushalten mit speziellen Geräten der Empfang eines digitalen Paketes von zur Zeit noch fünfzehn Hörfunkprogrammen im DSR-Standard möglich. DSR kommt ohne aus und bietet deshalb eine bis heute unübertroffene Audioqualität, die der CD nahekommt. Gegenüber datenkomprimierten Verfahren beansprucht DSR allerdings zu große (und teure) Bandbreiten der Satelliten- und Kabelkanäle, so daß DSR inzwischen bereits wieder zu den Auslaufmodellen des Hörfunkempfangs zählt. Zur IFA 1995 wurde das (ADR) eingeführt, ein digitaler Hörfunkübertragungsstandard, der die Tonunterträger der analogen ASTRA-Fernsehsatelliten bis nutzt. Die Zahl verkaufter ADR-Empfangsgeräte liegt mit mehr als 200 000 inzwischen schon etwa dreimal so hoch wie der Bestand an DSR-Empfängern. Da es sich bei ADR um ein kostenkünstiges digitales Übertragungsverfahren mit einer Bestandsgarantie von mindestens fünfzehn bis zwanzig Jahren handelt, nutzen immer mehr ARD-Hörfunkprogramme – über 30 von insgesamt mehr als 60 frei empfangbaren Programmen – die zusätzliche Verbreitungsmöglichkeit via ADR. Außerdem testet die ARD mit dem Start des digitalen ARD- zur IFA 1997 die Übertragung von zehn Hörfunkprogrammen im rein digitalen Übertragungsstandard DVB Audio. ADR und DVB Audio können eher als komplementäre denn als konkurrierende Standards gesehen werden, weil ADR die bereits in über zehn Millionen deutschen Fernsehhaushalten empfangbaren analogen ASTRA-Satelliten nutzt, während DVB Audio auf dem noch in der Aufbauphase befindlichen digitalen ASTRA-Satellitensystem präsent ist.

MP 8/1997, S. 427-430

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