Musikcharts

Die Geschichte der Musikcharts

 

Seit über fünfundfünfzig Jahren gibt es die Musikcharts. Sie entstanden zu der Zeit, als aus Amerika die Jukebox ihren Weg nach Deutschland gefunden hat und es dann die monatliche Aufstellung über die meist gespielten Lieder aus der Jukebox gab. Wenige Jahre später entstand zusätzlich die offizielle Aufstellung über die Verkaufszahlen aller Tonträger. Hierbei wurden früher die Verkäufe in den Musikgeschäften angeführt. Später konnte man die Tonträger, welche Singles sowie Langspielplatten umfasste, ebenfalls in diversen Kaufhäusern bekommen. Die Liste wurde stetig erweitert, bis der Musikfreund die beliebtesten fünfzig Titel jede Woche in der Liste ersehen konnte. In den 70er Jahren wurde Ermittlung der Musikcharts in Deutschland auf die Firma Media Control übertragen, sie ist bis heute noch für die Aufstellung zuständig und die Plätze wurden auf einhundert Titel erweitert, und es folgte die Aufteilung in Single-Charts sowie Album-Charts. Diese sind die Grundlage für vielerlei Musiksendungen in den verschiedensten Musikrichtungen, die sich mit der erfolgreichsten Hits aller Zeiten beschäftigen. Mittlerweile gibt es fast ausschließlich CDs und kaum noch Vinyl-Schallplatten, lediglich einige Alben, die auf Polyvinyl erscheinen. Diese werden mit den Album-Charts zusammengefasst und bestimmen somit die Verkaufsliste. Weiterhin fließen die Verkäufe der Tonträger bei Online-Händlern mit in die wöchentlichen Charts ein. Da es seit ein paar Jahren Mode geworden ist, die gewünschten Titel im Internet downzuloaden, ist noch eine weitere Sparte, nämlich die Download-Charts hinzugekommen.

Damit ein Titel überhaupt in den Musikcharts aufgenommen werden kann, müssen die Tonträger eine gewisse Verkaufsmenge überschreiten. Es gelten die Verkaufszahlen, die innerhalb einer Woche erzielt werden, für die neue Liste. Dieses geschieht mittlerweile automatisch auf elektronischem Wege durch das Bestellsystem der einzelnen Verkaufsgeschäfte oder Online-Shops. Die Menge der zu verkaufenden Tonträger wird stetig den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Damit die Musikcharts auch repräsentativ sind und Missbrauch vorgebeugt wird, gibt es einen Kontrollmechanismus, der regelmäßig die georderten Zahlen dahin gehend überprüft, ob es auffällig hohe Bestellzahlen gibt. Sogenannte Low-Price-Tonträger waren prinzipiell von der Wertung ausgeschlossen, alle Tonträger mussten bis vor wenigen Jahren einen vorher festgelegten Wert haben. Mittlerweile gibt es die umsatzbezogene Chartermittlung, die Preisgrenze wurde aufgehoben. Eine Besonderheit war im Jahr 2009 der Tod von Michael Jackson. Bis dato lagen die erschienenen Tonträger in den Geschäften. Gleich nach dem Tod erlangten sie einen enormen Boom und alle seinen Alben sowie Singles schafften es, innerhalb von wenigen Wochen unter den Top 100 der Musikcharts zu kommen. Dieser Boom ist bisher einzigartig in der Geschichte der Chartlisten.

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