
© Polizeipräsidium Schwaben/DPA
Viele Motorradfahrer schließen sich Gruppierungen oder Clubs an, um das Hobby Motorrad in der Gemeinschaft zu genießen. Die ersten Gruppen entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA. Heimkehrende Soldaten, die es schwer hatten, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren, schlossen sich zusammen, um gegen die Etablierten zu protestieren. In Deutschland fanden sich Anfang der 60er Jahre erste Cliquen, die sich aus den anfänglichen Jugendszenen, bis in die 70er zu festen Formen organisierten. Man muss heute unterscheiden zwischen den reinen Motorradclubs, deren Mitglieder eher dadurch motiviert sind, eine bestimmte, favorisierte Motorrad-Marke oder Baureihe zu fahren und sich zusammen geschlossen haben, um gemeinsame Ausflüge zu unternehmen, und Mottorad-Clubs, die sich überwiegend durch ihr provokatives und aggressives Verhalten in der Öffentlichkeit auszeichnen. In Punkto Namensgebung sind viele Motorradclubs sehr kreativ. Namen wie „Hell on Whells MC“, „MCJ Motorclub Jungfrau“ oder „Abominogs MC“ sind fast schon Standard in der Szene. Einige tragen auch einfach nur das Lieblings-Bike in ihrem Namen, ohne dabei weniger kreativ zu sein. Daneben bestehen sogenannte Brand Communities, wie die „Harley Owners Group“, um mit Unterstützung des Unternehmens, gezielt die Loyalität unter den Fahrern zu stärken. Diese Gruppen, die einer bestimmten Marke zugeordnet werden können, gibt es bei fast allen Motorrad-Herstellern. Ein weiterer und ebenso wichtiger Grund, dass Harley Davidson 1983, die „Harley Owners Group“ gründete, war der negative Einfluss gesetzeswidriger Biker-Gruppen auf die Marke Harley Davidson entgegenzuwirken. Die seriöse BikerSzene finden hier:
Rockergangs
Der größte deutsche Motorradclub ist wohl der Gremium Motorcycle Club, der auch gleichzeitig einer der größten in Europa ist. Gremium MC wurde 1972 in Mannheim gegründet. Ein Jahr später bekam der Hamburger Club Bloody Devils, die Genehmigung das Zeichen der amerikanischen Hells Angels (hier ein Bericht im STERN: http://www.stern.de/panorama/hells-angels-wenn-rocker-zur-pressekonferenz-laden-1841470.html), in Deutschland zu tragen. Damit begann eine kontrollierte Abteilungsbildung unter den Motorrad-Clubs. Bereits 1932 wurde der GYPSY Motorcycle Club in Maryvilla, Louisiana gründete und gilt damit als ältester Motorradclub der Welt. Die Gruppen sind hierarchisch aufgebaut. Unter den Mitgliedern besteht eine enge persönliche Bindung und sie unterwerfen sich selbst strengen Regeln und Satzungen. Die Aufnahmeverfahren sind meist sehr restriktiv, die Anwartschaft auf eine feste Mitgliedschaft kann mehrere Jahre dauern. Zu den bereits genannten Gruppierungen, zählen zu den vier größten in Deutschland noch die Bandidos und die Outlaws. Das Tragen einheitlicher Kleidung und Abzeichen, signalisiert die Zugehörigkeit der Mitglieder zur Gruppe. Dabei stellt das wichtigste Zeichen das sogenannte „Coleur“ dar. Es wird auf der Rückseite der „Kutte“ getragen. Laut Verfassungsschutzbericht, haben verschiedene Deutsche und internationale Sicherheitsbehörden bereits mehrfach kriminelle Aktivitäten dieser Rockergruppen festgestellt. Die kriminellen Handlungen liegen vornehmlich im Handel mit Drogen und Waffen, der Hehlerei sowie im Bereich von Gewaltdelikten. Vielfach wird auch ein Zusammenhang mit dem Rotlichtmilieu festgestellt. Um die Herkunft illegal erwirtschaftetes Geld zu verschleiern, betreiben die Gruppen meist legal geführte Unternehmen. So betätigen sich Gruppenmitglieder als Betreiber von Tatoostudios, Motorradwerkstätten, Bars und Bordellen. Die Rockergangs achten peinlichst darauf, dass in ihrem jeweiligen Gebiet keine andere Gruppe einen Einfluss ausüben kann. Es gibt jedoch immer wieder unter rivalisierenden Rockergangs Streitigkeiten um Gebiete. Diese Expansionen führen meist zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Solche Expansionskämpfe können zu Rockerkriegen eskalieren, wie man sie aus den 90er Jahren kennt.










